Esperanza - pro Hund andaluz

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Esperanza

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Esperanza - eine traurige Geschichte mit einem traurigen Ende

Wieder einmal mehr, eine traurige Alltagsgeschichte aus Spanien. Pedro war mit seinem Auto unterwegs, als er etwas auf der Strasse bemerkte.
Dort lag eine Bretonenhündin, jemand hatte sie überfahren und mitten auf der Autobahn liegen gelassen. Pedro hielt sofort an und brachte die Hündin zum Tierarzt. Sie wurde geröntgt und der Befund war erschütternd. Beide Hüften sind gebrochen und als ob das noch nicht genug wäre, ist der Körper der kleinen Bretonin übersät mit Schrotkugeln. Zum Glück waren keine inneren Organe betroffen. Es stellte sich heraus, dass die Hündin einen Chip hat und so wurde der Besitzer ermittelt.
Als der Tierarzt ihn anrief um ihn über den Unfall seiner Hündin zu informieren, sagte er nur, dass er Jäger sei und die Bretonin nicht mehr gebrauchen könne. Es wäre ihm egal, was mit der Hündin geschehe, der Tierarzt könne sie auch töten.
So ging nun diese arme Maus, sie heisst nun Esperanza, was Hoffnung bedeutet, in den Besitz von Abyda über. Sie wird nun von Pedro gepflegt und versorgt und wir hoffen, dass sie sich gut erholen wird. Erst nach ein paar Tagen wird man sagen können, ob Esperanza noch eine zusätzliche Op benötigt, um die Frakturen zu stabilisieren.

 
7.02.2013
Esperanza wurde gestern noch einmal dem spanischen Tierarzt vorgestellt.
Die kleine Bretonin muss dringend operiert werden und diese OP sollte auch schnellstmöglich durchgeführt werden, da Esperanza Schmerzen hat, bleibt nur der Transport mit dem Flugzeug.
Wir konnten einen günstigen Flug buchen und somit steht fest, dass Esperanza bald nach Deutschland kommt. Die Tierklinik in Recklinghausen hat sich sofort bereit erklärt, die Hündin zu operieren.


18.02.2013
Gestern waren wir noch voller Freude, dass wir Esperenza hier in Deutschland helfen können, heute ist nichts mehr davon übrig geblieben.


Die kleine Esperanza ist tot
Wieder einmal konnten wir nicht helfen und wieder einmal kommt mir meine Tierschutzarbeit so sinnlos vor.
Heute morgen wurde Esperanza in unseren Armen von ihrem Leiden erlöst.
Heute sollte sie operiert werden, heute sollte für sie der Anfang in ein neues, schönes Leben sein.
Ein Leben das sie bisher wahrscheinlich nicht kennengelernt hat.
Sie gehörte einem Jäger, der sich ihrer entledigen wollte, indem er ihr eine Ladung Schrot verpasste. Getroffen rannte sie auf die Autobahn und wurde von einem Wagen erfasst.
Der spanische Tierarzt stellt die Beckenfrakturen fest. Er behandelte sie in den letzten Tagen regelmäßig. Was er nicht festgestellt hat, waren die gebrochenen Rippen und den kompletten Querschnitt ab einer Höhe, ca 10 cm hinter ihrem Hals. Die Hündin war von dieser Stelle an querschnittsgelähmt, konnte ihre Ausscheidungen nicht kontrollieren und zum Glück auch keine Schmerzen empfinden.
Diese Verletzungen stellte der Chefarzt der Tierklinik Menzel in Recklinghausen heute morgen fest.
Und mit dieser Diagnose kam die traurige Gewissheit, dass für Esperanza kein lebenswertes Hundeleben mehr möglich sein würde.
Nie wieder laufen oder nur stehen können, nein das wollte ich für diese Hündin nicht.
Ich entschied, wie ich für meinen eigenen Hund entschieden hätte.
Esperanza starb in den Armen meiner Tochter, ich streichelte ihr den kleinen Kopf, sie sollte in Frieden sterben mit dem Gefühl geliebt zu werden.
Und wieder sollte eine Entscheidung getroffen werden: wir liessen sie einäschern und sie soll einen schönen Platz in unserem Garten bekommen, zusammen mir dem kleinen Glücksbärchen, das Pedro ihr gestern mit auf die Reise gegeben hatte.
Und nun sitze ich hier und versuche meine Gefühle zu sortieren.
Als erstes ist da die tiefe Traurigkeit, denn obwohl die kleine Hündin nur eine Nacht hier verbracht hat, ist sie mir so ans Herz gewachsen.
Sie schlief neben meinem Bett und wurde oft in der Nacht wach. Dann suchte sie nach meiner Hand und legt ihren Kopf hinein um wieder einzuschlafen.
Und ich empfinde Wut, auf die Menschen, die sich auf so gemeine Weise ihres Hundes entledigen wollen. Warum konnte dieser Mensch Esperanza nicht einfach im Tierheim abgeben? Warum musste sie solche sinnlosen Qualen erleiden?
Ich bin verärgert, über einen Tierarzt der nicht in der Lage war, etwas so offensichtliches zu diagnostizieren. Er hätte der Hündin den Transport und den damit verbundenen Stress ersparen können, nein - ersparen müssen!
Diese und viele andere Gedanken schwirren mir durch den Kopf.
Was kann man für die Zukunft ändern, damit so etwas nicht mehr passiert?
Die Aufklärung der Bevölkerung ist eine wichtige Sache. Denn wenn man weiss, dass man seinen Hund nicht erschiessen oder aufhängen muss, um ihn loszuwerden, sonder ihn ins Tierheim bringen kann, ist der erste Schritt getan.
Wenn man sich nicht auf die Diagnose eines Tierarztes verlassen kann, sollte der nächste Schritt sein, das Tierschutzteam med. so fortzubilden, dass die Tierschützer selbst ein geschultes Auge bekommen, um auf med. Probleme aufmerksam zu werden.
Und sicher gibt es noch viele andere Ansätze, um weiteren Hunden sinnloses Leiden zu ersparen.
Für Esperanza konnte ich leider nicht mehr tun, als sie in Würde zu erlösen.

Susanne Petershofer






 
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